Sehgewohnheiten angepasst

Unsere Sehgewohnheiten passen sich der jeweiligen Zeit an und die heutige Sehgewohnheit hat sich der Digitalisierung angepasst. Diese Technologie macht sich zunutze, dass ein Blick eine sehr kurze Zeiteinheit ist, und sich das Gehirn in die Lage versetzen kann, sehr schnell visuelle Eindrücke zu verarbeiten. Ein visueller Reiz genügt, um alle anderen Sinneseindrücke zu überlagern. Die Geduld, länger als 30 Sekunden hinzuschauen, schwindet zusehends.

Ruhe und Besinnung

Derzeit ist auch ein Gegentrend festzustellen, der Ausdruck in vielen Angeboten findet, die Ruhe, Besinnung und Flucht aus der Hektik versprechen.

Wabi Sabi Objekt Eva Maria Kränzlein

Die uralte Japanische Wabi-Sabi-Philosophie bietet eine sehr ernst zu nehmende Reflexion auf unser hektisches Leben an. Es ist eine Überlegung wert, ob wir uns nicht verstärkt auf das Wesentliche konzentrieren und uns von vielen unnötigen Dingen trennen sollen.

Sie öffnet uns die Augen für die Schönheit im Schlichten, die Schönheit im Vergänglichen, die Schönheit im Unvollständigen, die Schönheit der Achtsamkeit, die Schönheit im Verstummen und vielem mehr.

Fundstücke als Kunstobjekte

Kunstobjekt Eva Maria Kränzlein

In meinen Werken kann man durch genaues Hinschauen Einfachheit, Schlichtheit, Vergänglichkeit entdecken und darin die Schönheit finden. Ich zeige Fundstücke, die Spuren des Gebrauchs und der Zersetzung erkennen lassen, also Gegenstände, die als nicht beachtenswert gelten und doch ein Erstaunen über ihre Einzigartigkeit hervorrufen.

Zum Kunstprojekt „Wabi-Sabi – Die Schönheit im Unvollständigen“ entsteht auch ein Arbeitsbuch. Es dient zum Experimentieren und zum Ausloten, wie weit man sich dem Nichts annähern kann, um ein Maximum an Schönheit zu erreichen.

Eva Maria Kränzlein

Verbunden mit der Natur

Wabi-Sabi bedeutet für mich, die Schönheit und Ästhetik der Einfachheit,Erdverbundenheit, Bescheidenheit und Unregelmäßigkeit
in den Dingen zu sehen, sie zu erkennen und ihr mit offenem Blick zu begegnen.

Für meine Kunstwerke verwende ich ausschließlich Material aus der Natur oder Material, das aus der Natur entstanden ist. Vieles davon finde ich bei meinen Ausflügen in der Natur.

“Wem die Natur ihr offenbares Geheimnis zu enthüllen anfängt, der empfindet eine unwiderstehliche Sehnsucht nach der würdigsten Auslegerin,der Kunst.” – Johann Wolfgang von Goethe

Im Entstehungsprozess der einzelnen Kunstwerke sammle ich nicht nur Material, sondern skizziere auch meine Ideen.

Brigitte Storch